Pornostar Jenna Jameson ClubJenna
Pornostar Jenna Jameson (* 9. April 1974 in Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten; geboren als Jenna Marie Massoli) ist eine US-amerikanische ehemalige Pornodarstellerin, Pornoproduzentin und Geschäftsfrau. Sie gilt als eine der weltweit bekanntesten und berühmtesten Pornodarstellerinnen und als „Königin der Pornografie“ („The Queen of Porn“).
Im Laufe ihrer Karriere von 1993 bis 2007 gewann sie über 20 internationale Pornofilmpreise, wurde in beide Ruhmeshallen der Branche (AVN und XRCO) aufgenommen und gründete das erfolgreiche Erwachsenenunterhaltungs-Unternehmen ClubJenna. Ihre 2004 erschienene Autobiografie How to Make Love Like a Porn Star: A Cautionary Tale (Titel der deutschen Ausgabe: Pornostar) war sechs Wochen in der Bestseller-Liste der New York Times verzeichnet.
Jenna Jamesons Pornofilmkarriere
1993 spielte sie in ihrem ersten Film namens Fantasy Women mit. In dem Softsex-Film (ohne pornografische Szenen) des Regisseurs Andrew Blake hatte sie eine Sexszene zusammen mit ihrer Freundin Nikki Tyler.
In ihren ersten pornografischen Filmszenen spielte sie mit, um sich an Jack zu rächen, weil er sie mit anderen Frauen betrog. Die Szenen wurden von dem Pornostar Randy West gefilmt und erschienen 1994 in den Filmen Up and Cummers 10 und Up and Cummers 11. Sie erregte sehr schnell Aufsehen in der Branche und spielte in einigen anderen Filmen mit, während sie noch in Las Vegas lebte. Kurz nach ihrem 20. Geburtstag ließ sie sich das erste Mal die Brüste vergrößern. Später im Jahr 1994, nachdem sie ihre Drogensucht überwunden und wieder etwas zugenommen hatte, zog sie nach Los Angeles, wo sie bei Nikki Tyler wohnte und schließlich wieder als Fotomodell zu arbeiten begann. 1995 entschied sie sich – mit dem Einverständnis ihres Vaters –, eine Karriere als Pornodarstellerin zu beginnen. Ihr erster Film nach dieser Entscheidung war Silk Stockings. Später im selben Jahr bekam sie einen Exklusivvertrag der damals noch kleinen Filmgesellschaft Wicked Pictures. Dem Gründer von Wicked Pictures, Steve Orenstein, sagte sie ihrer Darstellung nach „Im Moment besteht mein Ziel darin, der größte Pornostar zu werden, den die Branche je gesehen hat.“
Über diesen Vertrag verdiente Jameson jeweils 6.000 Dollar für jeden der acht Filme, die sie im ersten Jahr drehte. Der erste Film mit größerem Budget war Blue Movie im Jahr 1995, in dem sie eine Reporterin spielte, die an einem Pornodrehort recherchierte. Der Film gewann mehrere AVN Awards. 1996 erhielt Jameson die drei wichtigsten Auszeichnungen für neue Darstellerinnen des amerikanischen Pornofilms: den XRCO Best New Starlet Award, den AVN Best New Starlet Award und den Fans of X-Rated Entertainment (Foxe) Video Vixen Award. Sie war damit die erste Darstellerin, die alle drei Auszeichnungen gewann. Eine Vielzahl weiterer Auszeichnungen folgte über die Jahre.
Ihre ersten Auftritte in pornografischen Filmen waren lesbische Szenen mit anderen Frauen. Ihre erste professionelle heterosexuelle Szene (nach der Amateurszene mit Randy West in Up and Cummers 11) war in dem Film Cherry Pie (1994). Zum Beginn ihrer Karriere versprach sie sich, dass sie niemals Analsex- oder Doppelpenetrationsszenen vor der Kamera spielen wolle, außerdem vermied sie Sexszenen mit farbigen männlichen Partnern (Interracial). Stattdessen wurde sie besonders bekannt für Oralsexszenen.
Im Jahr 2001 verdiente Jameson 60.000 Dollar für einen eineinhalbtägigen Dreh für eine einzelne DVD sowie 8.000 Dollar für eine Nacht als Striptease-Tänzerin. Sie versuchte, ihre Arbeit auf maximal fünf Filme pro Jahr zu beschränken und maximal zwei Wochen pro Monat zu tanzen. Ihr Ehemann Jay Grdina sagte, sie verdiene bis zu 25.000 Dollar für einen Abend als Tänzerin.
Seit November 2005 ist sie die Moderatorin der Fernsehshow Jenna's American Sex Star bei Playboy TV, in der potenzielle zukünftige Pornodarstellerinnen in Form von Sexvorstellungen um einen Vertrag mit Jamesons Filmfirma gegeneinander antreten. Die Gewinnerinnen der ersten beiden Jahre waren dabei Brea Bennett und Roxy Jezel.
Im August 2007 ließ Jameson ihre Brustimplantate entfernen und erklärte, nicht mehr in pornographischen Filmen mitspielen zu wollen.
Jenna Jameson ClubJenna
Im Jahr 2000 gründeten Jameson und Jay Grdina das Unternehmen ClubJenna, das Pornografie im Internet anbot. Die Website ClubJenna.com gehörte zu den ersten Websites, die nicht nur Bilder und Videos anboten, sondern bot darüber hinaus Partnerschaftsratschläge und sogar Aktientipps für zahlende Kunden und Mitglieder an. Bereits drei Wochen nach ihrer Gründung arbeitete die Website gewinnbringend, und kurz darauf expandierte ClubJenna zu einem vielschichtigen Unternehmen der Sexindustrie, zuerst durch Betreuung der Websites verschiedener Pornostars und 2001 dann durch die Produktion eigener Pornofilme.
In den frühen Produktionen von ClubJenna spielte Jameson selbst die Hauptrolle, entweder gemeinsam mit anderen Frauen oder mit Grdina, der als Justin Sterling auftrat. Der erste ClubJenna-Film Briana loves Jenna (mit Briana Banks) wurde von Vivid koproduziert und kostete 280.000 Dollar, brachte aber bereits im ersten Jahr über eine Million Dollar ein. Er war 2003 der am meisten verkaufte sowie der am meisten verliehene pornografische Film in den Vereinigten Staaten und erhielt zwei AVN Awards. Es wurde damit geworben, dass in diesem Film die ersten heterosexuellen Szenen Jamesons seit über zwei Jahren zu sehen waren. Nach Angaben Grdinas wurden von den Jenna-Jameson-Filmen im Durchschnitt um die 100.000 Exemplare verkauft, während andere Pornofilme bereits mit 5.000 Exemplaren als erfolgreich gelten. Andererseits brauchte ClubJenna für die Filmszenen bis zu zwölf Tage, während die meisten anderen Filme in einem Tag abgedreht waren.
Ab 2004 spielten andere Pornodarstellerinnen die Hauptrollen in den ClubJenna-Filmen, darunter Krystal Steal, Jesse Capelli, McKenzie Lee, Ashton Moore und Sophia Rossi, während Jameson selbst von den Hauptrollen zurücktrat. Die Filme von ClubJenna wurden von Vivid Entertainment, der weltweit größten Firma der Pornobranche, vertrieben und beworben. Die Filme brachten ein Drittel der Umsätze von Club Jenna, aber über die Hälfte der Gewinne. ClubJenna wurde als Familienunternehmen geführt; Grdinas Schwester Kris hatte die Position der Vizepräsidentin inne und kümmerte sich um das Merchandising. Im Jahr 2005 belief sich der Umsatz von ClubJenna auf etwa 30 Millionen Dollar, schätzungsweise die Hälfte davon Gewinn. 2005 führte Jameson auch erstmals selbst Regie bei dem Film The Provocateur, der als Jenna's Provocateur im September 2006 erschien.
Das Merchandising ist vor allem auf Jameson selbst fixiert. Es gibt eine Reihe von Sexspielzeugen des bekannten Sexspielzeug-Herstellers Doc Johnson, Action-Figuren und anatomisch korrekte Weichkunststoff-Abgüsse von Jamesons Anatomie. Y-Tell, eine Tochterfirma von ClubJenna, verkauft Jamesons Stöhnen als Klingeltöne, Chatservices und Spiele, vor allem in Europa und Südamerika. Sie spielt die Hauptrolle in ihrem eigenen 3D-Computerspiel Virtually Jenna von Thrixxx Technology, das zum Ziel hat, eine 3-D-Figur Jamesons zum Orgasmus zu bringen.
Seit Mai 2003 werden Jamesons Website und ihre Filme auf einer 48 Fuß (14,63 m) hohen Plakatwand am Times Square in New York City beworben. Das erste Werbebild auf dieser Plakatwand zeigte Jameson nur mit einem String bekleidet und der Werbezeile „Who Says They Cleaned Up Times Square?“ („Wer sagt, dass sie den Times Square gesäubert haben?“) Diese Werbung an herausragender Stelle und die Berichterstattung darüber in den Mainstream-Medien wie der New York Times wurde von der Anti-Pornografie-Organisation Morality in Media als „obszön“ kritisiert. Im Jahr 2006 versuchte das New Yorker Unternehmen Wicked Cow Entertainment, Jameson als Markenzeichen für Trinkgefäße, Parfum, Handtaschen und Schuhe zu etablieren, die über renommierte Geschäfte wie Saks Fifth Avenue und Colette boutiques vertrieben werden sollten.
ClubJenna erweiterte sein Angebot weiter. So startete im August 2005 Club Thrust, eine interaktive Website für Jenna Jamesons schwule Fans mit Videos, Bildergalerien, Sexratschlägen und Downloads. Nach Angaben von ClubJenna hatte bereits ClubJenna.com einen hohen Anteil schwuler Besucher. 2006 wurden zudem mehr als 150 offizielle Websites von Pornodarstellern von Club Jenna betreut.
Im August 2005 kaufte eine Gruppe von Investoren, der auch Jameson angehörte, das Babes Cabaret, einen Stripclub in Scottsdale, Arizona, der der erste Schritt in den Bereich der Live-Unterhaltung sein sollte. Kurz nachdem der Verkauf Aufmerksamkeit erregte, erließ die Stadtverwaltung von Scottsdale allerdings eine Verordnung zum Verbot von Nacktheit in der Erwachsenenunterhaltung und schrieb außerdem vier Fuß (etwa 1,22 m) breite Barrieren zwischen Gästen und Tänzerinnen vor, um Körperkontakt zu vermeiden. Lap dances, die Haupteinnahmequelle der Stripperinnen, wären so de facto verhindert worden. Jameson kämpfte gegen diese Verordnung an und half dabei, eine Petition dagegen zu organisieren. Am 12. September 2006 wurde die Verordnung in einem Bürgerentscheid gekippt.
Am 22. Juni 2006 gab Playboy Enterprises Inc. die Übernahme von ClubJenna Inc. bekannt. Sowohl Jameson als auch Grdina unterschrieben spezielle Arbeitsverträge mit Playboy. Christine Hefner, CEO bei Playboy, gab bekannt, dass sie einen starken Anstieg der Filmproduktion mit etwa 30 Produktionen im ersten Jahr erwarte. Außerdem sollen neue Vertriebswege für die Filme genutzt werden, unter anderem im Fernsehen, als Video-on-Demand und über Mobiltelefone.